Häufige Fragen zur Elektrokontrolle

Elektrische Installationen tragen wesentlich zur Sicherheit von Personen, Gebäuden und Sachwerten bei. Nachfolgend finden Sie verständliche und praxisnahe Antworten auf die häufigsten Fragen zur Elektrokontrolle in der Schweiz und zum Sicherheitsnachweis (SiNa).Wir erläutern die gesetzlichen Grundlagen gemäss Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV), die geltenden Kontrollperioden, die Verantwortung von Eigentümern sowie den Ablauf einer periodischen Kontrolle.Die KEA Engineering GmbH ist als kontrollberechtigtes Unternehmen im Verzeichnis des Eidgenössischen Starkstrominspektorats (ESTI) eingetragen und arbeitet gemäss den anerkannten Regeln der Technik. Zusätzlich sind wir Mitglied im VSEK und an Electrosuisse angeschlossen.Sollte Ihre individuelle Situation hier nicht vollständig abgedeckt sein, beraten wir Sie gerne persönlich und kompetent.

Wie oft muss eine Sicherheitskontrolle durchgeführt werden?

Gemäss Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV) unterliegen bestimmte elektrische Installationen
einer periodischen Kontrolle durch ein unabhängiges Kontrollorgan.

Nachfolgend finden Sie die gesetzlichen Kontrollintervalle übersichtlich dargestellt.

Jährliche Kontrolle (12 Monate)

  • Baustellen: Provisorische Installationen und Baustromverteiler
  • Märkte & Jahrmärkte: Mobile Anlagen, Verkaufsstände, Festinstallationen

Kontrolle alle 3 Jahre

Explosionsgefährdete Bereiche:

  • Tankstellen
  • Fahrzeugreparaturwerkstätten in explosionsgefährdeten Bereichen
  • Ex-Zonen 0, 1, 2 (Gase/Dämpfe)
  • Ex-Zonen 20, 21, 22 (Stäube)

Kontrolle alle 5 Jahre

Gebäude mit grosser Personenbelegung:

  • Warenhäuser und Baumärkte über 1200 m²
  • Theater, Kinos, Messehallen, Tanzlokale
  • Hotels, Gaststätten, Pensionen, Ferienheime
  • Spitäler, Alters- und Pflegeheime, Kinderheime
  • Kasernen, Schulhäuser, Hochschulen
  • Kleingastronomie unter 1200 m² (max. 300 Personen)

Industrie und spezielle Nutzungen:

  • Betriebsräume der Industrie und des Grossgewerbes
  • Labore und Prüffelder
  • Untertagbauten (Tunnel, Kavernen)
  • Campingplätze und Bootsanlegestellen
  • Räume mit Korrosionsgefahr

Medizin und Elektromobilität:

  • Medizinisch genutzte Räume der Gruppe 0 und 1
  • Ladestationen für Elektromobilität im öffentlichen Raum

Veraltete Installationen (Nullung Schema III):

Installationen mit klassischer Nullung (Schema III) verfügen nicht über einen separaten Schutzleiter.
Bei Unterbruch des Neutralleiters können Metallgehäuse unter Spannung stehen.
Aus Sicherheitsgründen gilt hier ebenfalls die 5-jährige Kontrollpflicht.

Kontrolle alle 10 Jahre

Gewerbliche Nutzung:

  • Bürogebäude
  • Verkaufslokale, die nicht unter die 5-Jahres-Kategorie fallen
  • Gewerbliche Werkstätten
  • Landwirtschaftliche Betriebe

Spezialbauten:

  • Kirchen
  • Zeughäuser
  • Zivilschutzanlagen
  • Vergnügungsschiffe

Erschwerte Bedingungen:

  • Nasse, gewerblich genutzte Räume
  • Feuergefährdete, gewerblich genutzte Räume

Infrastruktur:

  • Installationen an Nationalstrassen 1. und 2. Klasse
  • Mobilfunkanlagen auf Gebäuden

Kontrolle alle 20 Jahre

  • Einfamilienhäuser
  • Wohnungen
  • Mehrfamilienhäuser
  • Alle übrigen Installationen ohne besondere Risiken

Ausnahme: Bei Nullung Schema III gilt das 5-Jahres-Intervall.

Wichtige Zusatzregeln

Handänderung:

Bei Anlagen mit 10- oder 20-jähriger Kontrollperiode ist bei Verkauf eine neue Kontrolle erforderlich,
wenn die letzte Kontrolle mehr als fünf Jahre zurückliegt.

Energieerzeugungsanlagen (z.B. Photovoltaik):

Energieerzeugungsanlagen unterliegen derselben Kontrollperiode wie das angeschlossene Gebäude.

Unabhängigkeit:

Die periodische Kontrolle muss durch ein vom Ersteller der Installation
unabhängiges Kontrollorgan durchgeführt werden.

Rechtsgrundlage: Anhang zur Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV), Ziffer 2–4.

Was passiert konkret, wenn der Sicherheitsnachweis nicht eingereicht wird?

Wird die periodische Kontrolle nicht fristgerecht durchgeführt
oder der Sicherheitsnachweis (SiNa) nicht eingereicht,
folgt in der Praxis ein klar geregeltes Verfahren.

1) Schriftliche Aufforderung

Der Eigentümer wird zunächst durch den Netzbetreiber oder das
Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) schriftlich aufgefordert,
die Kontrolle durchführen zu lassen.
Es wird eine verbindliche Frist gesetzt.

2) Nachfrist

Erfolgt keine Reaktion, wird eine Nachfrist angesetzt.
Gleichzeitig kann eine formelle Verfügung angedroht werden.

3) Gebührenpflichtige Verfügung

Wird auch die Nachfrist nicht eingehalten,
kann eine kostenpflichtige Verfügung erlassen werden.
Die Gebühren können mehrere hundert Franken betragen.

4) Weitere Massnahmen

Besteht weiterhin keine Reaktion oder liegt eine sicherheitsrelevante Gefahr vor,
kann das Inspektorat weitere Massnahmen anordnen,
bis hin zur Unterbrechung der Stromzufuhr betroffener Anlagenteile.

5) Haftung im Schadenfall

Kommt es zu einem Personen- oder Sachschaden und liegt kein gültiger
Sicherheitsnachweis vor, kann dies haftungsrechtliche Folgen haben.
Gemäss Art. 5 der Verordnung über elektrische Niederspannungsinstallationen (NIV)
ist der Eigentümer für den ordnungsgemässen Zustand der elektrischen Installation verantwortlich.
Art. 36 NIV verpflichtet ihn zudem, die periodischen Nachweise fristgerecht zu erbringen.

Fehlt dieser Nachweis im Schadenfall, kann dies als Verletzung der
Sorgfaltspflicht gewertet werden. Versicherer können gemäss
Versicherungsvertragsgesetz (VVG) bei grober Fahrlässigkeit
eine Leistungskürzung prüfen.

Die periodische Kontrolle ist somit keine freiwillige Empfehlung,
sondern eine gesetzliche Verpflichtung.

Rechtsgrundlagen: NIV Art. 5 (Verantwortlichkeit des Eigentümers),
Art. 36 (Periodische Nachweise), Art. 39 (Stichproben),
Art. 40 (Mängelbehebung und Durchsetzung);
Versicherungsvertragsgesetz (VVG) Art. 14 (Grobe Fahrlässigkeit).

Was gilt bei einem Besitzerwechsel oder Hauskauf?

Beim Verkauf einer Liegenschaft erfolgt in der Regel eine Handänderung im Grundbuch.Gemäss Anhang Ziffer 3 der Niederspannungs-Installationsverordnung (SR 734.27) ist bei Installationen mit einer 10- oder 20-jährigen Kontrollperiode eine ausserordentliche Kontrolle erforderlich, wenn die letzte Kontrolle mehr als fünf Jahre zurückliegt.Die Regelung betrifft ausschliesslich Installationen mit einer 10- oder 20-jährigen Kontrollperiode.Massgebend ist die Eigentumsübertragung im Grundbuch (Handänderung).

Rechtsgrundlage: NIV (SR 734.27), Anhang Ziffer 3 – Handänderung. Quelle: Fedlex (Bundesrecht).

Was passiert bei einem Todesfall eines Eigentümers?

Ein Todesfall löst nicht automatisch eine neue Elektrokontrolle aus. Gemäss Niederspannungs-Installationsverordnung (SR 734.27) ist ausschliesslich massgebend, ob eine Handänderung (Eigentumsübertragung im Grundbuch) erfolgt.

Fall: Keine Änderung im Grundbuch

Waren mehrere Personen im Grundbuch eingetragen (z. B. als Miteigentümer oder Gesamteigentümer) und erfolgt durch den Todesfall keine neue Eigentümerschaft im Grundbuch, liegt keine Handänderung im Sinne der NIV vor.In diesem Fall ist keine ausserordentliche Elektrokontrolle erforderlich. Die nächste Kontrolle erfolgt gemäss der ordentlichen Kontrollperiode.

Wann ist eine Kontrolle erforderlich?

Wird im Grundbuch eine neue Eigentümerschaft eingetragen (z. B. Erbengemeinschaft oder neue Eigentümer), liegt eine Handänderung vor.Gemäss Anhang Ziffer 3 der NIV ist bei Installationen mit einer 10- oder 20-jährigen Kontrollperiode eine Kontrolle erforderlich, wenn die letzte Kontrolle mehr als fünf Jahre zurückliegt.

Wichtig

Massgebend ist ausschliesslich der Eintrag im Grundbuch (Handänderung) – nicht der Todesfall selbst.

Rechtsgrundlage: Niederspannungs-Installationsverordnung (SR 734.27), Anhang Ziffer 3 – Handänderung. Quelle: Fedlex.

Welche Kontrollen dürfen wir nicht durchführen?

Bestimmte Spezialinstallationen unterliegen gemäss NIV der Kontrolle durch eine
akkreditierte Inspektionsstelle (Art. 32 Abs. 2).
Diese Kontrollen dürfen nicht durch normale Kontrollunternehmen durchgeführt werden.

KEA Engineering GmbH ist keine akkreditierte Inspektionsstelle für diese Spezialbereiche.
Nachfolgend finden Sie die betroffenen Installationen.

Jährliche Kontrolle durch akkreditierte Inspektionsstelle

  • Elektrische Installationen an Rohrleitungsanlagen unter Bundesaufsicht
  • Klassifizierte unterirdische Munitions- und Tankanlagen des Militärs
  • Medizinisch genutzte Räume der Gruppe 2 (z.B. Operationsräume)
  • Räume mit Herstellung, Verarbeitung oder Lagerung von Sprengstoff oder pyrotechnischen Produkten
  • Bergwerke
  • Installationen, die von Inhabern einer Bewilligung für Arbeiten an betriebseigenen Installationen (Art. 13 NIV) erstellt, geändert oder instand gestellt wurden

Kontrolle alle 3 Jahre (akkreditierte Inspektionsstelle)

  • Explosionsgefährdete Bereiche der Zonen 0 und 20 sowie 1 und 21 gemäss SUVA-Grundsätzen
  • Ausgenommen sind Tankstellen und Fahrzeugreparaturwerkstätten (diese fallen unter die normale Kontrollpflicht).

Kontrolle alle 5 Jahre (akkreditierte Inspektionsstelle)

  • Verkehrs- und betriebssicherheitskritische Installationen an Nationalstrassen 1. und 2. Klasse
  • Klassifizierte Anlagen und Bauten des Militärs (sofern nicht bereits jährlich kontrolliert)
  • Explosionsgefährdete Bereiche der Zonen 2 und 22 von Tankanlagen
  • Nicht bahnspezifische Installationen von Eisenbahnen und konzessionierten Transportunternehmen, die mit dem Rückleitungssystem verbunden sind (z.B. Anlagen im Tunnel sowie in Werkstätten und Waschanlagen)
  • Installationen, die von Inhabern einer eingeschränkten Bewilligung gemäss Art. 14 oder 15 NIV erstellt, geändert oder instand gestellt wurden
    (z.B. Betriebselektriker für Instandhaltung oder Anschlussbewilligungen für spezifische Geräte)
  • Medizinisch genutzte Räume der Gruppe 1 in Kliniken
    (z.B. Spitalzimmer); ausgenommen sind Massageräume, Untersuchungs- oder Behandlungsräume, Physiotherapieräume sowie Arzt- und Zahnarztpraxen ausserhalb von Kliniken
  • Mobilfunkanlagen auf Hochspannungsmasten inklusive Erdungseinrichtung (aus der allgemeinen Stromversorgung gespeist)

Kontrolle alle 10 Jahre (akkreditierte Inspektionsstelle)

  • Zivilschutzbauten mit Energieerzeugungsanlagen oder NEMP-Schutz
  • Schiffe für gewerbsmässigen Personen- oder Warentransport
  • Hochspannungsanlagen, die aus elektrischen Installationen gespeist werden (z.B. Filter, Prüffelder und Ozongeneratoren; ausgenommen Neonbeleuchtungen und nicht-medizinische Röntgenanlagen)
  • Weitere bahnbetriebliche Installationen gemäss NIV, die nicht unter die 5-Jahres-Kategorie fallen

Rechtsgrundlage: Anhang zur NIV, Ziffer 1 (Spezialinstallationen nach Art. 32 Abs. 2).
Für diese Anlagen ist eine akkreditierte Inspektionsstelle erforderlich.

Was ist eine Elektrokontrolle und warum ist sie vorgeschrieben?

Eine Elektrokontrolle ist eine systematische Sicherheitsprüfung Ihrer elektrischen Installation.
Dabei wird geprüft, ob die Anlage korrekt installiert ist und ob sie Menschen, Tiere oder Sachwerte nicht gefährdet.

Was wird bei einer Elektrokontrolle geprüft?

  • Ob Leitungen, Sicherungen und Schutzorgane (z.B. FI/RCD) korrekt funktionieren
  • Ob Schutzmassnahmen vorhanden sind (z.B. Erdung, Potenzialausgleich)
  • Ob sichtbare Mängel oder gefährliche Defekte vorhanden sind
  • Ob die Installation den anerkannten Regeln der Technik entspricht

Warum ist die Kontrolle vorgeschrieben?

Die Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV) schreibt vor, dass elektrische Installationen sicher sein müssen.
Das Ziel ist klar: Unfälle, Brände und Schäden verhindern.

  • Schutz von Personen: Vermeidung von Stromschlägen und lebensgefährlichen Berührspannungen
  • Schutz von Sachwerten: Reduktion von Brandrisiken und Folgeschäden
  • Nachweis gegenüber Netzbetreiber: Die Sicherheit muss bei Bedarf belegt werden können

Wer ist verantwortlich?

Grundsätzlich ist der Eigentümer (oder ein benannter Vertreter) dafür verantwortlich, dass die Installation jederzeit sicher ist
und der Sicherheitsnachweis bei Bedarf vorgelegt werden kann.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 1 (Geltungsbereich) und Art. 3 (grundlegende Sicherheitsanforderungen).

Was gilt als elektrische Installation?

Als elektrische Installation gelten alle fest installierten Leitungen, Geräte und Anlagen,
die mit dem Niederspannungsnetz verbunden sind oder daraus gespeist werden.

Typische Beispiele

  • Hausinstallationen in Einfamilienhäusern und Wohnungen
  • Installationen in Gewerbe- und Industriebauten
  • Unterverteilungen, Sicherungskästen und Hauptverteilungen
  • Steckdosen, Schalter und fest angeschlossene Geräte
  • Installationen auf Campingplätzen oder bei Bootsanlegestellen
  • Elektrische Installationen auf Schiffen

Gehören Photovoltaikanlagen dazu?

Ja. Energieerzeugungsanlagen wie Photovoltaikanlagen oder Batteriespeicher
gelten ebenfalls als elektrische Installationen – unabhängig davon,
ob sie Strom ins Netz einspeisen oder nur intern genutzt werden.

Wo endet das öffentliche Netz?

Die Grenze zwischen Netzbetreiber und privater Installation liegt in der Regel
bei den Eingangsklemmen des Anschlussüberstromunterbrechers (Hausanschlusspunkt).
Ab dort beginnt die Verantwortung des Eigentümers.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 2 (Begriffe).

Wer ist verantwortlich – Eigentümer oder Mieter?

Grundsätzlich ist der Eigentümer einer elektrischen Installation verantwortlich.
Er muss dafür sorgen, dass die Anlage jederzeit den gesetzlichen Sicherheitsanforderungen entspricht.

Pflichten des Eigentümers

  • Die elektrische Installation muss dauerhaft sicher sein.
  • Technische Unterlagen (z.B. Installationspläne, Schema, Betriebsanleitungen) müssen aufbewahrt werden.
  • Der Sicherheitsnachweis (SiNa) muss auf Verlangen vorgelegt werden können.
  • Festgestellte Mängel müssen unverzüglich behoben werden.

Und was gilt für Mieter?

Wer eine Installation nutzt (z.B. Mieter oder Betreiber), ist verpflichtet,
erkennbare Mängel dem Eigentümer oder dessen Vertreter unverzüglich zu melden.
Je nach vertraglicher Regelung kann der Mieter auch verpflichtet sein,
die Behebung von Mängeln zu veranlassen.

Wer organisiert die periodische Kontrolle?

Die Organisation und Beauftragung der periodischen Kontrolle liegt beim Eigentümer.
Bei vermieteten Objekten erfolgt die Koordination häufig über die Verwaltung.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 5 (Pflichten des Eigentümers).

Was ist ein Sicherheitsnachweis (SiNa)?

Der Sicherheitsnachweis (SiNa) ist das offizielle Dokument, das bestätigt,
dass eine elektrische Installation den gesetzlichen Sicherheitsanforderungen entspricht.

Er wird nach einer Abnahmekontrolle oder einer periodischen Kontrolle ausgestellt
und dient als Nachweis gegenüber dem Netzbetreiber und den Behörden.

Was steht im Sicherheitsnachweis?

  • Adresse der Installation und Name des Eigentümers
  • Beschreibung der Installation und angewendete Normen
  • Festgelegte Kontrollperiode
  • Name des Installateurs
  • Ergebnisse der Schlusskontrolle
  • Name und Unterschrift des kontrollberechtigten Kontrollorgans

Wann brauche ich einen Sicherheitsnachweis?

  • Nach Neuinstallationen oder grösseren Änderungen
  • Bei periodischen Kontrollen
  • Wenn der Netzbetreiber den Nachweis einfordert
  • Bei bestimmten Handänderungen (Hausverkauf)

Wie lange muss ich den SiNa aufbewahren?

Der Eigentümer muss den Sicherheitsnachweis mindestens bis zur nächsten
periodischen Kontrolle aufbewahren.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 24, Art. 35–37.

Ich habe Post vom Netzbetreiber erhalten – was muss ich tun?

Wenn Sie ein Schreiben Ihres Netzbetreibers erhalten haben,
bedeutet das in der Regel, dass die periodische Kontrollfrist Ihrer elektrischen Installation abläuft.

Warum erhalte ich dieses Schreiben?

Der Netzbetreiber ist gesetzlich verpflichtet, Eigentümer mindestens sechs Monate
vor Ablauf der Kontrollperiode schriftlich zur Einreichung eines Sicherheitsnachweises (SiNa) aufzufordern.

Was müssen Sie jetzt tun?

  1. Beauftragen Sie ein unabhängiges Kontrollorgan mit der periodischen Kontrolle.
  2. Nach erfolgreicher Kontrolle erhalten Sie den Sicherheitsnachweis (SiNa).
  3. Reichen Sie den SiNa fristgerecht beim Netzbetreiber ein.

Was passiert, wenn ich nichts unternehme?

Wird der Sicherheitsnachweis trotz Mahnungen nicht eingereicht,
kann der Netzbetreiber den Fall an das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) übergeben.
In letzter Konsequenz kann eine Durchsetzung angeordnet werden.

Wie viel Zeit habe ich?

Die Frist ist im Schreiben des Netzbetreibers angegeben.
In Ausnahmefällen kann eine Verlängerung gewährt werden,
jedoch höchstens bis ein Jahr nach Ablauf der ursprünglichen Kontrollperiode.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 36 (Periodische Nachweise).

Was passiert, wenn bei der Kontrolle Mängel festgestellt werden?

Werden bei einer Elektrokontrolle Mängel festgestellt, werden diese in einem
schriftlichen Kontrollbericht dokumentiert. Der Bericht enthält eine Frist
zur Behebung der festgestellten Abweichungen.

Wer ist für die Behebung verantwortlich?

Gemäss Art. 5 NIV ist der Eigentümer der elektrischen Installation für deren
ordnungsgemässen und sicheren Zustand verantwortlich.
Er hat die festgestellten Mängel fristgerecht beheben zu lassen.

Wie müssen die Mängel behoben werden?

Die Behebung darf ausschliesslich durch einen Installationsbetrieb mit
gültiger Installationsbewilligung gemäss NIV erfolgen.
Nach Abschluss bestätigt der ausführende Betrieb die fachgerechte Ausführung.

Ist eine Nachkontrolle erforderlich?

Je nach Art und Schwere der festgestellten Mängel kann das Kontrollorgan
eine Nachkontrolle anordnen. Diese dient der Überprüfung, ob die Installation
wieder den gesetzlichen Sicherheitsanforderungen entspricht.

Was geschieht bei gefährlichen Mängeln?

Besteht eine unmittelbare und erhebliche Gefahr für Personen oder Sachen,
ist das Kontrollorgan verpflichtet, geeignete Sofortmassnahmen anzuordnen.
Dazu kann insbesondere die Unterbrechung der Stromzufuhr des betroffenen
Anlageteils gehören, bis der sichere Zustand wiederhergestellt ist.

Was passiert, wenn Mängel nicht fristgerecht behoben werden?

Werden Mängel nicht innerhalb der gesetzten Frist behoben, kann der
zuständige Netzbetreiber oder das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI)
weitere Massnahmen verfügen. Dies kann im Einzelfall bis zur Unterbrechung
der Stromzufuhr führen.

Die Mängelbehebung dient dem Schutz von Personen, Sachen und der
Betriebssicherheit der elektrischen Installation.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 5 und Art. 40.

Warum muss die Elektrokontrolle unabhängig sein?

Die Niederspannungs-Installationsverordnung schreibt vor,
dass eine Elektrokontrolle unabhängig erfolgen muss.
Das bedeutet: Wer eine Installation geplant, erstellt, geändert oder repariert hat,
darf sie nicht selbst periodisch kontrollieren.

Warum ist das so?

Die Kontrolle dient als neutrale Sicherheitsprüfung.
Eine unabhängige Kontrolle stellt sicher,
dass Mängel objektiv beurteilt und nicht aus wirtschaftlichem Eigeninteresse übersehen werden.

Was bedeutet „unabhängig“ konkret?

  • Der Installationsbetrieb darf seine eigene Arbeit nicht periodisch kontrollieren.
  • Das Kontrollorgan darf nicht an Planung oder Ausführung beteiligt gewesen sein.
  • Die Prüfung erfolgt ausschliesslich im Interesse der Sicherheit.

Darf ein Installateur nach einer Reparatur selbst kontrollieren?

Nach Abschluss von Arbeiten führt der Installateur eine interne Schlusskontrolle durch.
Die gesetzlich vorgeschriebene periodische Kontrolle hingegen
muss durch ein unabhängiges Kontrollorgan erfolgen.

Diese Trennung erhöht die Qualität, Transparenz und Sicherheit der elektrischen Installationen.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 31 (Unabhängigkeit der Kontrollen).

Was darf ich zuhause selbst machen?

Grundsätzlich dürfen Arbeiten an elektrischen Installationen nur von Personen
mit einer entsprechenden Installationsbewilligung ausgeführt werden.
Es gibt jedoch wenige Ausnahmen für private Wohnräume.

Ohne Bewilligung erlaubt (im eigenen Wohnraum)

  • Montieren und Demontieren von Leuchten
  • Ersatz einzelner Steckdosen oder Schalter an bestehenden einphasigen Endstromkreisen

Voraussetzung ist, dass diese Arbeiten in den von Ihnen bewohnten Wohnräumen
oder den dazugehörigen Nebenräumen erfolgen
und hinter einem Fehlerstromschutzschalter (FI/RCD ≤ 30 mA) abgesichert sind.

Was ist nicht erlaubt?

  • Arbeiten am Sicherungskasten oder an der Hauptverteilung
  • Neue Stromkreise installieren
  • Änderungen an Drehstrominstallationen
  • Arbeiten unter Spannung

Wichtig: Kontrolle bleibt Pflicht

Auch bei zulässigen Eigenarbeiten muss die Installation anschliessend
durch eine kontrollberechtigte Person überprüft werden.
Der Eigentümer benötigt weiterhin einen gültigen Sicherheitsnachweis.

Im Zweifel empfehlen wir, Arbeiten durch einen zugelassenen Installationsbetrieb ausführen zu lassen –
elektrische Installationen können bei unsachgemässer Ausführung lebensgefährlich sein.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 16 (Installationsarbeiten ohne Bewilligung).

Gilt die Elektrokontrolle auch für PV-Anlagen und Batteriespeicher?

Ja. Photovoltaikanlagen (PV), Batteriespeicher und andere Anlagen zur Erzeugung oder Speicherung elektrischer Energie gelten rechtlich als elektrische Installationen im Sinne der
Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV; SR 734.27).

Warum zählen PV-Anlagen dazu?

Gemäss Art. 2 Abs. 1 NIV gelten als elektrische Installationen Anlagen zur Erzeugung, Speicherung, Übertragung, Verteilung und Anwendung elektrischer Energie – mit oder ohne Verbindung zu einem Niederspannungsverteilnetz.

Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher fallen somit eindeutig unter den Installationsbegriff der NIV.
Sobald eine solche Anlage mit der Hausinstallation oder dem öffentlichen Niederspannungsverteilnetz verbunden ist, ist sie Bestandteil der elektrischen Anlage des Gebäudes.

Welche Kontrollperiode gilt?

Die periodische Kontrolle richtet sich gemäss Anhang Ziffer 4 NIV nach der Art und Nutzung des Objektes, an dem die Anlage angeschlossen ist.

  • Einfamilienhaus: in der Regel alle 20 Jahre
  • Gewerbebetrieb: in der Regel alle 10 Jahre
  • Industrie- oder Anlagen mit erhöhter Gefährdung: in der Regel alle 5 Jahre

Es besteht keine eigenständige periodische Kontrollfrist ausschliesslich für die PV-Anlage oder den Batteriespeicher.
Massgebend ist die Kontrollperiode des Gebäudes bzw. der Nutzungseinheit.

Was gilt bei einer Neuinstallation oder Erweiterung?

Wird eine PV-Anlage oder ein Batteriespeicher neu erstellt oder eine bestehende Installation erweitert oder geändert und besteht eine Verbindung zum Niederspannungsverteilnetz, ist gemäss Art. 35 NIV vor der Inbetriebnahme eine Kontrolle durchzuführen.

Dabei wird ein Sicherheitsnachweis (SiNa) erstellt und dem zuständigen Netzbetreiber eingereicht.

Die Abnahmekontrolle betrifft ausschliesslich den neu erstellten oder geänderten Installationsteil.
Eine vorgezogene periodische Kontrolle des gesamten Gebäudes ist dadurch nicht automatisch erforderlich, ausser die ordentliche Kontrollperiode ist ohnehin fällig.

Was gilt bei bestehenden Anlagen ohne Änderung?

Besteht die PV-Anlage oder der Batteriespeicher bereits und wurde keine Änderung vorgenommen, erfolgt die Überprüfung im Rahmen der nächsten ordentlichen periodischen Kontrolle gemäss Anhang 4 NIV.

Ein separater periodischer Sicherheitsnachweis ausschliesslich für die Batterie oder die PV-Anlage ist gesetzlich nicht vorgesehen.

Gibt es Besonderheiten?

Bei Installationen mit besonderem Gefährdungspotenzial oder speziellen Anlagenarten kann gemäss Art. 31–34 NIV eine Kontrolle durch eine akkreditierte Inspektionsstelle erforderlich sein.

In Wohn- und üblichen Gewerbebauten erfolgt die periodische Kontrolle in der Regel durch ein unabhängiges Kontrollorgan.

Rechtsgrundlagen: NIV (SR 734.27), insbesondere Art. 2, Art. 31–36 sowie Anhang Ziffer 4.

Wann ist ein neuer Sicherheitsnachweis (SiNa) erforderlich?

Ein Sicherheitsnachweis (SiNa) ist immer dann erforderlich,
wenn eine elektrische Installation neu erstellt,
wesentlich geändert oder erweitert wird.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 24 und Art. 35 Abs. 3

1. Neubau oder komplette Neuinstallation

Wird ein Gebäude neu erstellt oder die gesamte Elektroinstallation ersetzt,
ist eine Schlusskontrolle durchzuführen.

Bei Installationen mit einer Kontrollperiode unter 20 Jahren
ist zusätzlich eine Abnahmekontrolle durch ein unabhängiges Kontrollorgan erforderlich.

Dabei wird ein vollständiger Sicherheitsnachweis für die gesamte Installation erstellt.

2. Wesentliche Erweiterungen oder Änderungen

Ein neuer SiNa ist erforderlich bei:

  • Installation einer Photovoltaikanlage (PV)
  • Nachrüstung eines Batteriespeichers
  • Einbau einer Ladestation für Elektrofahrzeuge
  • Erstellung neuer Unterverteilungen
  • Erweiterung oder Neuinstallation von Stromkreisen
  • kompletter Erneuerung der Elektroinstallation bei einer Totalsanierung

Der Sicherheitsnachweis bezieht sich dabei auf den neu erstellten
oder geänderten Installationsteil – nicht automatisch auf das ganze Gebäude.

3. Kleine Arbeiten – in der Regel kein neuer SiNa erforderlich

Kein neuer vollständiger Sicherheitsnachweis ist in der Regel erforderlich bei:

  • Ersatz einer einzelnen Steckdose
  • Austausch eines Schalters
  • Montage oder Ersatz einer Leuchte
  • Geräteersatz ohne Änderung der Installation

Solche Arbeiten gelten nicht als wesentliche Änderung im Sinne der NIV.
Der Installationsbetrieb führt jedoch eine Erstprüfung gemäss Art. 24 NIV durch.

Ab wann gilt eine Renovation als «gesamte Installation»?

Wird bei einer Renovation die komplette Elektroinstallation ersetzt,
also:

  • alle Leitungen neu verlegt
  • die Hauptverteilung vollständig erneuert
  • das Schutzkonzept angepasst
  • alle Stromkreise ersetzt

gilt dies rechtlich als Neuinstallation.

In diesem Fall ist ein Sicherheitsnachweis für die gesamte Anlage erforderlich.

Werden hingegen nur einzelne Räume oder Bereiche erneuert,
betrifft der SiNa nur diese geänderten Installationsteile.

Was gilt bei einer PV-Anlage oder Batterienachrüstung?

Photovoltaikanlagen (PV) und Batteriespeicher gelten gemäss Art. 2 NIV
als elektrische Installationen.

Wird eine PV-Anlage oder ein Batteriespeicher neu erstellt
oder wesentlich erweitert, ist gemäss Art. 35 Abs. 3 NIV
eine Abnahmekontrolle erforderlich.

Für diese Erweiterung wird ein eigener Sicherheitsnachweis erstellt
und dem Netzbetreiber eingereicht.

Das gesamte Gebäude muss nicht automatisch neu periodisch kontrolliert werden,
ausser die ordentliche Kontrollfrist ist ohnehin fällig.

Bei der nächsten periodischen Kontrolle wird die PV-Anlage oder Batterie
zusammen mit der übrigen Installation geprüft.

Wichtig zu wissen

Eine Abnahmekontrolle ersetzt nicht die periodische Kontrolle.

Die periodische Kontrollpflicht gemäss Anhang NIV bleibt bestehen
(z.B. 20 Jahre bei Einfamilienhäusern,
10 Jahre bei Gewerbe,
5 Jahre bei Spezialinstallationen).

Rechtsgrundlage: NIV Art. 2, Art. 24, Art. 35–37, Anhang Kontrollperioden (SR 734.27).

Wie bereite ich mich auf eine Elektrokontrolle vor?

Eine gute Vorbereitung erleichtert die Durchführung der Kontrolle
und verhindert unnötige Zusatztermine.

Gemäss NIV Art. 5 ist der Eigentümer dafür verantwortlich,
dass elektrische Installationen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen
und für die Kontrolle zugänglich sind.

Zugänglichkeit sicherstellen

  • Zugang zu Hauptverteilungen und Unterverteilungen gewährleisten
  • Zähler- und Technikräume freiräumen
  • Schlüssel für verschlossene Räume bereithalten
  • Schalt- und Sicherungskästen frei zugänglich halten
  • Installationen nicht verbauen oder verdecken

Nicht zugängliche Installationen können nicht geprüft werden.
In solchen Fällen kann die Kontrolle nicht vollständig abgeschlossen werden.

Server, IT- und sensible Anlagen

Während der Kontrolle können einzelne Stromkreise kurzzeitig abgeschaltet werden.

  • Server und NAS-Systeme vorgängig herunterfahren
  • Backups erstellen
  • Sensible Produktionsanlagen informieren
  • Medizinische oder betriebsrelevante Anlagen melden

Die Abschaltung erfolgt nur im technisch notwendigen Umfang.
Die Verantwortung für Datensicherung liegt beim Betreiber der Anlage.

Einfache Vorab-Prüfung durch den Eigentümer

Vor der Kontrolle können einfache, offensichtliche Mängel
bereits behoben werden. Dies ersetzt keine fachliche Kontrolle,
vermeidet jedoch unnötige Beanstandungen.

  • Lose oder fehlende Abdeckungen montieren
  • Defekte Steckdosenabdeckungen ersetzen
  • Offene Abzweigdosen korrekt verschliessen
  • Provisorische Verlängerungslösungen entfernen
  • Beschriftungen in Verteilungen ergänzen (falls bekannt)
  • Beschädigte Geräte ausstecken oder ersetzen

Gemäss NIV Art. 3 dürfen elektrische Installationen
weder Personen noch Sachen gefährden.
Sichtbare Sicherheitsmängel sollten daher nicht bis zur Kontrolle aufgeschoben werden.

Wichtig

Arbeiten an elektrischen Installationen dürfen nur durch
Betriebe mit gültiger Installationsbewilligung durchgeführt werden.
Laien dürfen keine Veränderungen an der festen Installation vornehmen.

Eine gute Vorbereitung spart Zeit,
senkt das Risiko von Zusatzterminen
und trägt zur Sicherheit der Anlage bei.

Typische kleine Mängel – und warum sie dennoch relevant sind

Viele Beanstandungen sind keine „Grossbaustellen“, sondern kleine Details.
Rechtlich gilt jedoch: Eine Installation darf weder Personen noch Sachen gefährden
und muss den anerkannten Regeln der Technik entsprechen.

Gemäss NIV Art. 3 Abs. 1 müssen elektrische Installationen sicher sein
und ordnungsgemäss instand gehalten werden.

Beispiele für „kleine“ Mängel (häufig)

  • Fehlende Abdeckungen an Dose oder Verteilung (Berührungsschutz nicht vollständig gegeben)
  • Lose Steckdosen oder Schalter (mechanische Schäden, mögliche Kontaktprobleme)
  • Defekte oder fehlende Beschriftungen im Verteiler (Zuordnung der Stromkreise unklar)
  • Unzulässige Mehrfachstecker oder Provisorien als Dauerlösung (z.B. Kabelrolle im Dauerbetrieb)
  • Beschädigte Leitungen oder Quetschungen (z.B. bei Türen, Möbeln oder temporären Installationen)
  • Nicht zugängliche Schutzeinrichtungen wie Hauptsicherungen oder FI-Schalter
  • Fehlende Zugentlastung bei eingeführten Leitungen

Auch wenn diese Punkte im Alltag oft als „Kleinigkeiten“ wahrgenommen werden,
können sie den Berührungsschutz, die Abschaltbedingungen
oder die Betriebssicherheit beeinträchtigen.

Muss man für „Lapalien“ wirklich einen Kontrollbericht erstellen?

Ja. Wird bei einer Kontrolle eine Abweichung festgestellt,
muss das Kontrollorgan das Ergebnis korrekt dokumentieren.

Der Sicherheitsnachweis muss gemäss NIV Art. 37
das tatsächliche Resultat der Kontrolle enthalten.

Mängel, die Personen oder Sachen gefährden können,
müssen gemäss NIV Art. 40
innerhalb der gesetzten Frist behoben werden.

Der Eigentümer ist gemäss NIV Art. 5 verantwortlich,
festgestellte Mängel beheben zu lassen.

Warum sind kleine Mängel nicht „egal“?

  • Kleine Mängel können Folgeschäden verursachen (Erwärmung, Brandrisiko, Ausfall)
  • Bei fehlendem Berührungsschutz besteht Gefahr eines elektrischen Schlages
  • Unklare Beschriftungen können im Notfall Verzögerungen verursachen
  • Bei Versicherungsfällen kann ein dokumentierter Mangel relevant werden

Ein mängelfreier Sicherheitsnachweis darf nur ausgestellt werden,
wenn die Installation den gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Auch kleinere Abweichungen dürfen daher nicht ignoriert werden.

Rechtsgrundlage: Verordnung über elektrische Niederspannungsinstallationen (NIV), SR 734.27,
Art. 3, Art. 5, Art. 37 und Art. 40.

Elektrounfälle in der Schweiz – Offizielle Statistik

Die nachfolgenden Angaben basieren auf der veröffentlichten
Elektrounfall-Statistik des Eidgenössischen Starkstrominspektorats (ESTI).
Die Zahlen beziehen sich jeweils auf das gemeldete Unfalljahr.

Gemeldete Elektrounfälle (Total pro Jahr)

  • 2015: 515 gemeldete Elektrounfälle
  • 2016: 505 gemeldete Elektrounfälle
  • 2017: 545 gemeldete Elektrounfälle
  • 2018: 524 gemeldete Elektrounfälle
  • 2019: 562 gemeldete Elektrounfälle
  • 2020: 420 gemeldete Elektrounfälle
  • 2021: 572 gemeldete Elektrounfälle
  • 2022: 671 gemeldete Elektrounfälle
  • 2023: 792 gemeldete Elektrounfälle
  • 2024: 833 gemeldete Elektrounfälle

Elektrounfälle mit Todesfolge

  • 2015: 5 Todesfälle
  • 2016: 0 Todesfälle
  • 2017: 8 Todesfälle
  • 2018: 2 Todesfälle
  • 2019: 2 Todesfälle
  • 2020: 1 Todesfall
  • 2021: 5 Todesfälle
  • 2022: 5 Todesfälle
  • 2023: 2 Todesfälle
  • 2024: 2 Todesfälle

Einordnung

Die Statistik zeigt, dass in der Schweiz jährlich mehrere hundert
Elektrounfälle gemeldet werden. Tödliche Unfälle sind deutlich seltener,
treten jedoch weiterhin auf.

Präventive Massnahmen wie die Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV),
der Einsatz von Fehlerstromschutzschaltern (FI/RCD) sowie systematische
Erst- und periodische Sicherheitskontrollen tragen wesentlich zur Reduktion
schwerer Unfälle bei.

Quelle: Eidgenössisches Starkstrominspektorat (ESTI),
veröffentlichte Elektrounfall-Statistik 2015–2024.
Die Daten stammen aus den publizierten Rohdaten des ESTI.
KEA Engineering GmbH steht in keiner organisatorischen Verbindung
zum ESTI. Die Angaben erfolgen ohne Gewähr; massgebend sind die
Originalpublikationen des ESTI.

Wie ist das Elektrosicherheits-System in der Schweiz aufgebaut?

Die Sicherheit elektrischer Installationen ist in der Schweiz
mehrstufig geregelt. Gesetz, Verordnung, technische Normen
und staatliche Aufsicht greifen ineinander.

1. Elektrizitätsgesetz (EleG)

Das Elektrizitätsgesetz (EleG, SR 734.0) ist die gesetzliche Grundlage
auf Bundesebene. Es regelt die Sicherheit elektrischer Anlagen
grundsätzlich und ermächtigt den Bund,
detaillierte Vorschriften zu erlassen.

2. Verordnungen auf Basis des EleG

Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV, SR 734.27)

Die NIV regelt Installationen im Niederspannungsbereich
(typischerweise Wohn- und Gewerbebauten).
Sie bestimmt unter anderem:

  • Wer Installationen ausführen darf
  • Wer Kontrollen durchführen darf
  • Welche Kontrollperioden gelten
  • Die Pflicht zum Sicherheitsnachweis (SiNa)
  • Die Verantwortung des Eigentümers

Starkstromverordnung (StV)

Die Starkstromverordnung regelt Anlagen mit höheren Spannungen
und Strömen (z.B. Transformatoren oder industrielle Hochspannungsanlagen).
Sie betrifft in der Regel nicht den klassischen Wohnbereich.

Niederspannungs-Erzeugnisverordnung (NEV)

Die NEV regelt das Inverkehrbringen elektrischer Geräte.
Sie stellt sicher, dass nur sichere elektrische Produkte
auf dem Schweizer Markt verkauft werden dürfen.

3. Technische Normen

Niederspannungs-Installationsnorm (NIN, SN 411000)

Die NIN enthält die anerkannten Regeln der Technik.
Sie regelt technische Details wie Schutzmassnahmen,
Fehlerstromschutzschalter (FI/RCD), Leitungsdimensionierung
und Installationsarten.

Obwohl die NIN kein Gesetz ist,
gilt sie rechtlich als massgebende technische Grundlage.
Wer davon abweicht, muss nachweisen,
dass seine Lösung mindestens gleich sicher ist.

4. Eidgenössisches Starkstrominspektorat (ESTI)

Das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI)
ist die staatliche Aufsichtsbehörde
unter dem Eidgenössischen Departement für Umwelt,
Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

Es überwacht die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften,
erteilt Bewilligungen und kann bei Verstössen einschreiten.

5. Netzbetreiber

Die Netzbetreiber (Verteilnetzbetreiber, VNB)
führen das Register der Sicherheitsnachweise.
Sie fordern periodische Kontrollen ein
und erinnern Eigentümer an ablaufende Fristen.

Sie handeln im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben,
sind jedoch nicht die Aufsichtsbehörde.

Zusammengefasst

  • Elektrizitätsgesetz (EleG) = gesetzliche Grundlage auf Bundesebene
  • Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV) = konkrete Vorschriften für Installationen und Kontrollen
  • Starkstromverordnung (StV) = Regelung für Hochspannungs- und Starkstromanlagen
  • Niederspannungs-Erzeugnisverordnung (NEV) = Sicherheit elektrischer Geräte im Handel
  • Niederspannungs-Installationsnorm (NIN) = anerkannte Regeln der Technik
  • Eidgenössisches Starkstrominspektorat (ESTI) = staatliche Aufsichtsbehörde
  • Verteilnetzbetreiber (VNB) = praktische Durchsetzung und Fristenkontrolle

Dieses Zusammenspiel stellt sicher,
dass elektrische Installationen in der Schweiz
dauerhaft sicher betrieben werden.

Wer darf SiNa und MPP für Photovoltaikanlagen erstellen?

Photovoltaikanlagen gelten als elektrische Installationen im Sinne der
Verordnung über elektrische Niederspannungsinstallationen (NIV).
Für deren Erstellung, Prüfung und Nachweis gelten besondere Vorschriften.

SiNa (Sicherheitsnachweis)

Der Sicherheitsnachweis (SiNa) wird vom Inhaber einer Installationsbewilligung
für die ausgeführte Installation erstellt.

Bei Anlagen mit Kontrollpflicht ist zusätzlich eine Kontrolle durch eine
kontrollberechtigte Person oder – sofern vorgeschrieben – durch eine
unabhängige, akkreditierte Inspektionsstelle erforderlich.

Ist eine unabhängige Kontrolle vorgeschrieben,
darf die kontrollierende Stelle nicht identisch mit der ausführenden
Installationsfirma sein.

MPP (Mess- und Prüfprotokoll)

Das Mess- und Prüfprotokoll dokumentiert die durchgeführten Messungen
der AC- und DC-Seite der Photovoltaikanlage gemäss NIN und Stand der Technik.
Es bildet die technische Grundlage für den Sicherheitsnachweis.

Was ist der Unterschied zwischen AC und DC?

DC (Gleichstrom) entsteht direkt in den Solarmodulen.
Die Module produzieren elektrische Energie in Form von Gleichstrom,
der über sogenannte Strings zum Wechselrichter geführt wird.

AC (Wechselstrom) ist die Stromform,
die im öffentlichen Stromnetz und in Gebäuden verwendet wird.
Der Wechselrichter wandelt den erzeugten Gleichstrom (DC)
in netzkonformen Wechselstrom (AC) um.

Beide Seiten – DC und AC – müssen geprüft werden,
da auf der DC-Seite hohe Gleichspannungen auftreten können
und auf der AC-Seite die korrekte Einbindung ins Gebäude- und Netzsystem
sichergestellt sein muss.

Technische Unterlagen

Für die Beurteilung sind in der Regel folgende Unterlagen erforderlich:

  • Stringplan der DC-Seite
  • Angaben zum Wechselrichter (WR-Typ, Leistung, Schutzkonzept)
  • Nachweis der Schutzmassnahmen und Abschaltbedingungen
  • Messwerte gemäss NIN

Die Verantwortung für die Sicherheit der Anlage trägt gemäss Art. 5 NIV
der Eigentümer der Installation.

Rechtsgrundlagen: NIV Art. 5 (Verantwortlichkeit),
Art. 24–32 (Kontrollen),
NIN (Normen für elektrische Niederspannungsinstallationen).