NIV-Wissen kompakt

Häufige Fragen zur Elektrokontrolle

Klare Antworten zu Kontrollaufforderung, Fristen, Sicherheitsnachweis, Vorbereitung, Kosten, Photovoltaik und Mängeln. Wenn Ihre Frage ein bestimmtes Objekt betrifft, klären wir sie gerne persönlich mit Ihnen.

  • 26 Fragen in 7 Themen
  • mit Rechtsgrundlagen aus der NIV
26 FRAGEN · 7 THEMEN ANLAGE FRAGE KLARHEIT

01 · 4 Fragen

Kontrollaufforderung erhalten

Ich habe eine Kontrollaufforderung erhalten – was muss ich tun?

Kurz: Reagieren Sie innerhalb der Frist, die im Schreiben steht, und vereinbaren Sie einen Termin mit einem unabhängigen Kontrollorgan.

Die Netzbetreiberin führt das Register der Sicherheitsnachweise und fordert periodische Kontrollen in der Regel schriftlich ein. Halten Sie das Schreiben und die Angaben zu Ihrem Objekt bereit. Mit KEA klären Sie, welche Kontrolle nötig ist und bis wann. Wir klären mit Ihnen die Frist und sagen Ihnen, welche Unterlagen wir dafür brauchen.

Liegt eine Aufforderung vor oder läuft Ihre Kontrollperiode ab, ist das der Anlass für die periodische Elektrokontrolle. Den Kostenrahmen finden Sie unter Preise.

Was passiert, wenn der Sicherheitsnachweis nicht eingereicht wird?

Kurz: Die Netzbetreiberin fordert den periodischen SiNa an. Bleibt er trotz zweimaliger Mahnung aus, übergibt sie die Durchsetzung dem ESTI.

  1. Aufforderung: Die Netzbetreiberin fordert den Nachweis schriftlich an; bei Spezialinstallationen und ortsfesten Inselanlagen ist das ESTI zuständig.
  2. Frist klären: Reichen Sie den SiNa rechtzeitig ein. Falls das nicht möglich ist, beantragen Sie eine Fristverlängerung bei der zuständigen Stelle; eine Verlängerung erfolgt nicht automatisch.
  3. Zweimalige Mahnung: Wird der Nachweis weiterhin nicht innerhalb der festgesetzten Frist eingereicht, übergibt die Netzbetreiberin die Durchsetzung der periodischen Kontrolle dem ESTI (Art. 36 Abs. 3 NIV).
  4. Durchsetzung durch das ESTI: Das ESTI kann eine gebührenpflichtige Verfügung erlassen. Bei Missachtung können Strafanzeige und Vollstreckungsmassnahmen folgen. Fehlendes Papier allein bedeutet keine automatische Stromabschaltung.

Der Eigentümer bleibt für den sicheren Zustand und die fristgerechten Nachweise verantwortlich. Gefährliche Mängel sind unabhängig vom Nachweisverfahren unverzüglich zu beheben; bei unmittelbarer und erheblicher Gefahr gelten die Sofortmassnahmen nach Art. 40 NIV.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 5, 36 und 41; für die gesonderte Mängelbehebung Art. 40.

Was ist eine Elektrokontrolle – und warum ist sie vorgeschrieben?

Kurz: Eine systematische Sicherheitsprüfung Ihrer Installation. Sie soll Unfälle, Brände und Schäden verhindern.

Geprüft wird, ob die Anlage korrekt installiert ist und weder Menschen noch Tiere oder Sachwerte gefährdet:

  • ob Leitungen, Sicherungen und Schutzorgane wie FI/RCD korrekt funktionieren,
  • ob Schutzmassnahmen wie Erdung und Potenzialausgleich vorhanden sind,
  • ob sichtbare Mängel oder gefährliche Defekte bestehen,
  • ob die Installation den anerkannten Regeln der Technik entspricht.

Die Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV) verlangt sichere Installationen. Die Kontrolle schützt Personen vor Stromschlägen und gefährlichen Berührungsspannungen, senkt Brandrisiken und Folgeschäden und belegt die Sicherheit gegenüber der Netzbetreiberin. Verantwortlich bleibt grundsätzlich der Eigentümer. Er kann die Organisation einer Vertretung übertragen.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 1 (Geltungsbereich) und Art. 3 (grundlegende Sicherheitsanforderungen).

Wer ist verantwortlich – Eigentümer oder Mieter?

Kurz: Der Eigentümer. Mieter melden festgestellte Mängel unverzüglich.

Der Eigentümer sorgt dafür, dass die Installation jederzeit sicher ist. Konkret heisst das:

  • Die Installation muss dauerhaft sicher sein.
  • Technische Unterlagen wie Installationspläne, Schemas und Betriebsanleitungen werden aufbewahrt.
  • Der Sicherheitsnachweis (SiNa) muss auf Verlangen vorgelegt werden können.
  • Festgestellte Mängel werden unverzüglich behoben.

Wer eine Installation nutzt – etwa als Mieter oder Betreiber –, meldet festgestellte Mängel unverzüglich dem Eigentümer oder seiner Vertretung. Je nach Vertrag kann der Mieter auch verpflichtet sein, die Behebung zu veranlassen. Die periodische Kontrolle organisiert der Eigentümer; bei vermieteten Objekten übernimmt das oft die Verwaltung.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 5 (Pflichten des Eigentümers).

02 · 5 Fragen

Kontrollfristen und Sicherheitsnachweis

Kontrollintervalle nach NIV
Wie oft muss eine Elektroinstallation kontrolliert werden?

Kurz: Je höher die Gefährdung, desto kürzer die Kontrollperiode. Massgebend sind Nutzung und Umgebung gemäss Anhang der NIV – nicht das Baujahr.

KontrollperiodeTypische Installationen
1 JahrBaustellen und temporäre Installationen, etwa auf Märkten oder an der Chilbi
3 JahreExplosionsgefährdete Bereiche gemäss Anhang Ziff. 1.2 und 2.2, unter anderem bestimmte Bereiche von Tankstellen und Fahrzeugreparaturwerkstätten
5 JahreInstallationen mit Nullung Schema III, sofern keine kürzere Periode gilt; Räume für eine grössere Anzahl Personen wie Schulen, Restaurants, Hotels und Kinos; Warenhäuser und Baumärkte über 1200 m² Verkaufsfläche; Betriebsräume von Industrie und Grossgewerbe; Ex-Zonen 2/22 von Tankanlagen (akkreditierte Inspektionsstelle)
10 JahreBürogebäude, gewerbliche Werkstätten, nasse oder feuergefährdete Gewerberäume, Verkaufslokale ohne kürzere Sonderperiode, landwirtschaftliche Betriebe und Kirchen
20 JahreWohnbauten wie Einfamilienhäuser und Wohnungen

Die Beispiele dienen der Orientierung. Der NIV-Anhang regelt weitere Sonderfälle; die Einstufung erfolgt immer für das konkrete Objekt.

Wann beginnt die Frist? Massgebend ist das Datum der letzten vollständigen Kontrolle der betroffenen Installation, nicht das spätere Ausstellungsdatum des SiNa oder das Baujahr. Teilkontrollen einzelner Änderungen starten die Frist der gesamten Installation nicht automatisch neu.

Ex-Zonen: Zonen 0/20 und 1/21 gehören – ausser bei Tankstellen und Fahrzeugreparaturwerkstätten – zu den Kontrollen durch akkreditierte Inspektionsstellen nach Art. 32 Abs. 2 NIV.

Energieerzeugungsanlagen: Die periodische Kontrolle folgt grundsätzlich der Kontrollperiode des angeschlossenen Objekts. Davon getrennt ist die unabhängige Abnahmekontrolle einer neuen oder erweiterten netzgekoppelten Anlage: Sie ist innert sechs Monaten erforderlich.

Mehr dazu: Kontrollintervalle nach NIV.

Rechtsgrundlage: NIV (SR 734.27), Anhang (Kontrollperioden).

Was ist ein Sicherheitsnachweis (SiNa)?

Kurz: Der SiNa dokumentiert, dass eine Installation geprüft wurde und zum Zeitpunkt der Kontrolle der NIV und den anerkannten Regeln der Technik entspricht.

Wer den SiNa erstellt, hängt vom Kontrollschritt ab:

  • Schlusskontrolle: Der Inhaber einer allgemeinen Installationsbewilligung führt die betriebsinterne Schlusskontrolle nach Art. 24 NIV durch und erstellt den SiNa für seinen Arbeitsumfang.
  • Arbeiten mit eingeschränkter Bewilligung: Hier entsteht kein SiNa. Der Betrieb prüft die ausgeführten Arbeiten und übergibt ein Prüfprotokoll.
  • Abnahmekontrolle: Ist eine unabhängige Abnahme vorgeschrieben, erstellt das unabhängige Kontrollorgan beziehungsweise die akkreditierte Inspektionsstelle den SiNa.
  • Periodische Kontrolle: Den SiNa erstellt die unabhängige kontrollierende Stelle.

Schlusskontrolle, Abnahmekontrolle und periodische Kontrolle sind verschiedene Vorgänge. Bei einer periodischen Kontrolle durch KEA wird der SiNa bei mängelfreier Anlage ausgestellt und bei der zuständigen Netzbetreiberin eingereicht. Mehr dazu: Sicherheitsnachweis erklärt.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 24 (Schlusskontrolle), Art. 35 Abs. 3 (Abnahmekontrolle), Art. 36 (periodische Kontrolle) und Art. 37.

Wann ist ein neuer Sicherheitsnachweis nötig?

Kurz: Nach neu erstellten, erweiterten oder geänderten Installationen – für den betroffenen Arbeitsumfang.

Bei gewöhnlichen Installationen mit 20-jähriger Kontrollperiode erstellt der Inhaber einer allgemeinen Installationsbewilligung den SiNa nach seiner Schlusskontrolle. Für neue oder erweiterte netzgekoppelte Energieerzeugungsanlagen – etwa PV-Anlagen – ist zusätzlich innert sechs Monaten eine unabhängige Abnahmekontrolle nötig. Für übrige Installationen mit einer Kontrollperiode unter 20 Jahren gilt ebenfalls eine Sechsmonatsfrist.

Bei Reparaturen und reinem Gerätetausch kann unter sämtlichen Voraussetzungen der ESTI-Weisung 221 das Protokoll der Erstprüfung statt eines formellen SiNa genügen. Eine Leistungsänderung von höchstens 3,7 kVA allein reicht dafür nicht. Eine weiterhin erforderliche unabhängige Abnahme entfällt dadurch nicht. Voraussetzungen und Grenzen.

Details zu PV, Speichern und Erweiterungen: PV-Anlagen und Batteriespeicher.

Warum muss die Kontrolle unabhängig sein?

Kurz: Damit keine Interessenkonflikte entstehen. Wer an einer Installation mitgearbeitet hat, darf sie nicht abnehmen oder periodisch kontrollieren.

Das gilt für alle, die an Planung, Erstellung, Änderung oder Instandstellung beteiligt waren. Davon zu unterscheiden ist die betriebsinterne Schlusskontrolle des Installationsbetriebs: Sie gehört zu dessen eigenen Pflichten und ersetzt eine gesetzlich verlangte unabhängige Abnahme nicht. Wie KEA diese Trennung lebt, lesen Sie unter Kontrollbewilligung & Unabhängigkeit.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 24 und Art. 31.

Welche Kontrollen darf KEA nicht durchführen?

Kurz: Kontrollen, die nach Art. 32 Abs. 2 NIV ausschliesslich akkreditierten Inspektionsstellen vorbehalten sind. KEA ist unabhängiges Kontrollorgan, aber keine akkreditierte Inspektionsstelle.

Typische Spezialbereiche:

  • explosionsgefährdete Bereiche der Zonen 0/20 und 1/21, ausser den geregelten Fällen bei Tankstellen und Fahrzeugreparaturwerkstätten,
  • verkehrs- und betriebssicherheitskritische Installationen an Nationalstrassen 1. und 2. Klasse,
  • medizinisch genutzte Räume der Gruppe 2 und weitere im NIV-Anhang genannte Spezialinstallationen,
  • Abnahmekontrollen von Installationsteilen, die Inhaber eingeschränkter Bewilligungen nach Art. 14 oder 15 NIV erstellt, geändert oder instand gestellt haben.

Zur Einordnung: Art. 13 NIV betrifft Arbeiten an betriebseigenen Installationen, Art. 14 besondere Anlagen wie PV- und stationäre Batterieanlagen, Art. 15 Anschlussarbeiten. Die Zuständigkeit richtet sich nach Art. 32 Abs. 2 NIV und dem konkreten Bewilligungsumfang. Wir prüfen vor der Beauftragung, ob eine akkreditierte Inspektionsstelle erforderlich ist.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 32 Abs. 2 sowie Anhang Ziff. 1.

03 · 6 Fragen

Vorbereitung, Ablauf und Kosten

Alle Preise
Wie bereite ich mich auf die Elektrokontrolle vor?

Kurz: Sorgen Sie für freien Zugang, sichern Sie empfindliche Geräte und legen Sie vorhandene Unterlagen bereit.

Nach Art. 5 NIV ist der Eigentümer dafür verantwortlich, dass die Installation den Anforderungen entspricht und für die Kontrolle zugänglich ist. Eine gute Vorbereitung spart Zeit und vermeidet Zusatztermine.

Vorbereitungsliste mit neun Punkten · Checkliste als einseitiges PDF

Zugang sicherstellen

  • Haupt- und Unterverteilungen zugänglich machen
  • Zähler- und Technikräume freiräumen
  • Schlüssel für verschlossene Räume bereithalten
  • Schalt- und Sicherungskästen frei halten, Installationen nicht verbauen

Was nicht zugänglich ist, kann nicht geprüft werden – die Kontrolle bleibt dann unvollständig.

Server, IT und sensible Anlagen

Einzelne Stromkreise werden kurz abgeschaltet, nur im technisch nötigen Umfang. Fahren Sie Server und NAS-Systeme vorher herunter, erstellen Sie Backups und informieren Sie über sensible Produktions-, medizinische oder betriebsrelevante Anlagen. Die Datensicherung liegt beim Betreiber.

Unterlagen bereithalten

Hilfreich sind Schemas, frühere Prüfprotokolle und Sicherheitsnachweise.

Vorab erledigen – ohne Eingriff

Was Sie ohne Werkzeug an der Installation tun können: provisorische Verlängerungen entfernen, beschädigte Geräte ausstecken, Verteilungen und Zähler zugänglich machen, vorhandene Unterlagen und Beschriftungslisten bereitlegen. Abdeckungen, Dosen und Verteilungen bitte nicht selbst öffnen, demontieren oder verschliessen – das ist Sache einer installationsberechtigten Elektrofirma. Nach Art. 3 NIV dürfen Installationen weder Personen noch Sachen gefährden – melden Sie offensichtliche Schäden deshalb nicht erst am Termin.

Unvorbereitete Situationen wie unzugängliche Verteilungen, unbeschriftete Sicherungen oder Wartezeiten werden nach Aufwand verrechnet.

Wie läuft eine Elektrokontrolle bei KEA ab?

Kurz: Anliegen klären, vor Ort prüfen und messen, Resultate verständlich erklären – bei mängelfreier Anlage folgt der SiNa.

  1. Termin und Vorbereitung – Wir klären Objektart, Baujahr, vorhandene Dokumentation und Zugänglichkeit.
  2. Sichtprüfung – Verteilungen, Sicherungen, Beschriftungen, Schutzmassnahmen und mechanischer Zustand.
  3. Messungen mit geeigneter Messtechnik – unter anderem Isolationswiderstand, Schutzleiterwiderstand, RCD-Auslösezeit, Schleifenimpedanz und Abschaltbedingungen.
  4. Bericht – Bei Mängeln erhalten Sie einen Kontrollbericht, bei mängelfreier Anlage die direkte Bestätigung.
  5. Sicherheitsnachweis – Nach einer mängelfreien Kontrolle oder nach vollständiger Behebung der festgestellten Mängel wird der SiNa ausgestellt und bei der zuständigen Netzbetreiberin beziehungsweise dem ESTI eingereicht.

Je nach Objekt dauert die Kontrolle in der Regel 1 bis 3 Stunden. Mehr zur eingesetzten Technik: Qualität & Messtechnik.

Welche Elektrokontrollen bietet KEA an?

Kurz: Unabhängige Kontrollen nach NIV für Private, Unternehmen und Verwaltungen.

Dazu gehören die periodische Elektrokontrolle, die Kontrolle bei Handänderung oder Hausverkauf, die Abnahmekontrolle für Installationen mit Kontrollperiode unter 20 Jahren und netzgekoppelte Anlagen wie PV, die Schlusskontrolle sowie die Photovoltaik-Kontrolle. Messungen und Prüfprotokoll gehören jeweils dazu. Alle Leistungen im Überblick: Elektrokontrollen.

Vor der Beauftragung klären wir die Grenzen unserer Kontrollberechtigung. Übernimmt KEA die Schlusskontrolle einer Installation, kann KEA dieselbe Installation anschliessend nicht unabhängig abnehmen.

Was kostet eine Elektrokontrolle?

Kurz: Das hängt von Objekt und Umfang ab. Für die häufigsten Fälle gibt es feste Richtpreise.

Einige Beispiele aus der Preisliste 2026 (Richtpreise in CHF, exkl. 8.1 % MWST; inkl. MWST jeweils kleiner darunter; je Richtung 30 Minuten Fahrt plus 5 Minuten Kulanz bei den Grundpreisen inbegriffen):

LeistungRicht­preis
Einfamilienhaus, bis 5.5 anrechenbare Zimmer, ohne WärmepumpeCHF 345.– exkl. MWSTCHF 372.95 inkl. 8.1 % MWST
Einfamilienhaus, 6 bis 7 Zimmer oder mit WärmepumpeCHF 420.– exkl. MWSTCHF 454.02 inkl. 8.1 % MWST
Mietwohnung, Einzelobjekt 3 bis 5.5 ZimmerCHF 290.– exkl. MWSTCHF 313.49 inkl. 8.1 % MWST
Eigentumswohnung, Einzelbeauftragung 3 bis 5.5 ZimmerCHF 310.– exkl. MWSTCHF 335.11 inkl. 8.1 % MWST
Mehrfamilienhaus, Allgemeinbereiche 2–6 Wohnungen · pro ZählerstromkreisCHF 330.– exkl. MWSTCHF 356.73 inkl. 8.1 % MWST
Klein-Gewerbebetrieb bis 150 m²CHF 345.– exkl. MWSTCHF 372.95 inkl. 8.1 % MWST
PV-Abnahmekontrolle AC- oder DC-seitig, bis 30 kWp (Zuständigkeit bei DC-Arbeiten vorab klären)CHF 380.– exkl. MWSTCHF 410.78 inkl. 8.1 % MWST

Bei periodischen Kontrollen sind Anmeldung, SiNa, Meldung an die Netzbetreiberin sowie Kontrolle und Messungen inklusive Prüfprotokoll enthalten. Ein Kontrollbericht wird nur verrechnet, wenn Mängel festgestellt werden (CHF 65.– exkl. MWSTCHF 70.27 inkl. 8.1 % MWST inkl. bis zu 3 Mängeln). Für die Einordnung helfen Objekttyp, Anzahl Einheiten, vorhandene Unterlagen und Zugänglichkeit. Massgebend ist die Auftragsbestätigung.

Alle Positionen, Zuschläge und Rabatte: Preise.

Ist die Terminanfrage bereits ein bestätigter Auftrag?

Kurz: Nein. Eine Anfrage ist unverbindlich.

Ein Auftrag entsteht nicht automatisch beim Absenden einer Anfrage, sondern erst mit der Auftragsbestätigung. Sie erreichen uns unter 062 298 32 04 oder info@kea.ch. Mehr unter Termin anfragen.

In welcher Region ist KEA tätig?

Kurz: In den Kantonen Solothurn und Aargau, mit Sitz in Lostorf.

KEA Engineering GmbH hat ihren Sitz an der Bachstrasse 38 in 4654 Lostorf. Wir kontrollieren in Lostorf und den umliegenden Gemeinden, in Olten, Aarau, Zofingen, Solothurn und im Kanton Aargau. Weitere Gemeinden in der Region auf Anfrage. Übersicht: Einsatzgebiet mit den Seiten Kanton Solothurn, Kanton Aargau, Lostorf, Olten, Aarau und Zofingen.

04 · 4 Fragen

Photovoltaik, Speicher und Eigenarbeiten

Photovoltaik-Kontrolle
Wann brauchen PV-Anlagen und Batteriespeicher eine unabhängige Abnahmekontrolle – und wer stellt den SiNa aus?

Kurz: Netzgekoppelte Energieerzeugungsanlagen brauchen nach der Übernahme innert sechs Monaten eine unabhängige Abnahmekontrolle. Schlusskontrolle, Prüfprotokoll und Abnahmekontrolle sind verschiedene Schritte.

  • 6 Monate Frist bei netzgekoppelten Anlagen
  • Unabhängig Wer gebaut hat, darf nicht abnehmen
  • Art. 14 / 15 Arbeiten nach Art. 14 oder 15 NIV: akkreditierte Inspektionsstelle erforderlich

PV-Anlagen sind Energieerzeugungsanlagen nach Art. 2 Abs. 1 Bst. c NIV. Fest angeschlossene stationäre Batterieanlagen fallen ebenfalls unter die NIV (Art. 2 Abs. 1 Bst. g); Art. 14 NIV nennt sie ausdrücklich als besondere Anlagen. Für neu installierte AC- und DC-gekoppelte Energiespeicher gelten gemäss ESTI-Weisung 220 die entsprechenden Nachweis- und Abnahmeregeln.

Wer kontrolliert, darf nicht gebaut haben. Wer an Planung, Erstellung, Änderung oder Instandstellung beteiligt war, darf weder Abnahme- noch periodische Kontrolle durchführen (Art. 31 NIV) – auch nicht mit eigener Kontrollbewilligung. Ein Betrieb mit allgemeiner Installationsbewilligung macht vor der Übergabe die Schlusskontrolle (Art. 24 NIV) und erstellt den SiNa. Ein Betrieb mit eingeschränkter Bewilligung prüft seine Arbeiten und erstellt ein Protokoll. Beides ersetzt die vorgeschriebene unabhängige Abnahme nicht.

Netzgekoppelte Anlagen. Übernimmt der Eigentümer eine Anlage, die mit dem Niederspannungsverteilnetz verbunden ist, veranlasst er innert sechs Monaten die Abnahmekontrolle durch ein unabhängiges Kontrollorgan oder eine akkreditierte Inspektionsstelle. In derselben Frist reicht er den SiNa der Netzbetreiberin ein – bei Installationen nach Art. 32 Abs. 2 NIV dem ESTI. Das gilt unabhängig von der Kontrollperiode des Gebäudes und davon, wer gebaut hat; ebenso für neu installierte, netzparallel betriebene AC- und DC-gekoppelte Speicher. Dieselbe Sechsmonatsfrist gilt nach Art. 35 Abs. 3 NIV auch für Installationen mit einer Kontrollperiode unter 20 Jahren.

Anlagen ohne Netzverbindung. Speist eine Anlage ohne Verbindung zum Verteilnetz eine ortsfeste Installation, gehen die Nachweise an das ESTI: bei allgemeiner Bewilligung der SiNa aus der Schlusskontrolle, bei eingeschränkter Bewilligung (Art. 14 oder 15 NIV) das Prüfprotokoll. Liegt die Kontrollperiode des Objekts oder eines betroffenen Teils unter 20 Jahren, ist zusätzlich innert sechs Monaten eine Abnahmekontrolle nötig. Die ESTI-Weisung 220 Ziff. 7 sieht bei einer Insel-EEA mit 20-jähriger Kontrollperiode keine unabhängige Abnahme vor und nennt ausdrücklich die Einreichung des SiNa beziehungsweise des Erstprüfungs- oder Kontrollprotokolls beim ESTI. Ziff. 11 ordnet EEA mit und ohne Netzverbindung der Objektperiode zu. Die Sonderzuordnung bei Arbeiten nach Art. 14 oder 15 NIV ist jedoch vorab mit dem ESTI zu klären: Der NIV-Anhang nennt für solche Installationsteile fünf Jahre, während er für Energieerzeugungsanlagen die Periode des angeschlossenen Objekts vorsieht. Daraus leiten wir hier weder eine pauschale Fünfjahresfrist für jede PV-Anlage noch eine pauschale Befreiung für jeden Inselanlagen-Eigenbau ab. Eine erforderliche Abnahme von Art.-14-/15-Teilen ist einer akkreditierten Inspektionsstelle vorbehalten. Ein Inselnetz ist dem ESTI zu melden (ESTI-Weisung 220 Ziff. 10). Der Nachweis nach Art. 35 Abs. 2 NIV ist bei der Inbetriebnahme dem ESTI einzureichen; eine allfällige spätere Abnahmefrist ersetzt diese Pflicht nicht.

Allgemeine oder eingeschränkte Bewilligung

  • Allgemeine Bewilligung (Art. 7 oder 9 NIV): Der Betrieb macht Erstprüfung und Schlusskontrolle und erstellt den SiNa für seine Arbeiten. Die unabhängige Abnahme der netzgekoppelten Anlage bleibt zusätzlich Pflicht; deren SiNa erstellt das Kontrollorgan.
  • Eingeschränkte Bewilligung (Art. 14 NIV): Der Betrieb stellt keinen SiNa aus, sondern übergibt das Prüfprotokoll. Für den von ihm erstellten DC-Teil oder DC-gekoppelten Speicher ist bei der Abnahme eine akkreditierte Inspektionsstelle nötig.

Speicher und Ladestationen

  • AC-gekoppelte Speicher dürfen nur Inhaber einer allgemeinen Installationsbewilligung installieren.
  • Bidirektionale Ladestationen mit Rückspeisung werden bei Nachweis und Abnahme wie netzgekoppelte Energieerzeugungsanlagen behandelt.
  • Eine nicht rückspeisende Wallbox im Einfamilienhaus, installiert von einem Betrieb mit allgemeiner Bewilligung und ohne kürzere Spezialperiode: Grundsätzlich genügt dessen SiNa, eine unabhängige Abnahme ist nicht nötig. Die Meldung an die Netzbetreiberin bleibt Pflicht.
  • Öffentliche Ladestationen: Kontrollperiode fünf Jahre, bei Neuerstellung Abnahmekontrolle innert sechs Monaten.

Periodische Kontrolle. Nach NIV-Anhang Ziff. 4 und ESTI-Weisung 220 Ziff. 11 gilt für Energieerzeugungsanlagen die Periode des angeschlossenen Objekts. Die Weisung sieht die periodische Kontrolle grundsätzlich durch ein unabhängiges Kontrollorgan oder eine akkreditierte Inspektionsstelle vor; ihre Akkreditierungspflicht für Spezialinstallationen nimmt Ziff. 1.1.6 und 1.3.5 des NIV-Anhangs aus. Den oben beschriebenen Art.-14-/15-Sonderfall klären wir wegen der unterschiedlichen Zuordnungen vorab. Die einmalige Abnahme ersetzt die spätere periodische Kontrolle nicht.

Erweiterung und Ersatz. Wird eine netzgekoppelte PV-Anlage erweitert oder ein netzparallel betriebener Speicher nachgerüstet, braucht der neue oder geänderte Teil Erstprüfung, Nachweise und Meldungen – und nach der Übernahme innert sechs Monaten eine unabhängige Abnahme. Bei Reparaturen oder dem reinen Austausch einzelner Niederspannungserzeugnisse kann nur dann auf einen formellen SiNa verzichtet werden, wenn alle Voraussetzungen der ESTI-Weisung 221 zusammen erfüllt sind: Leistungsänderung höchstens 3,7 kVA, keine Anpassung von Haus-, Bezüger- oder Verteilleitungen, keine Meldepflicht. Dann genügt das Protokoll der Erstprüfung. Eine dennoch erforderliche unabhängige Abnahmekontrolle bleibt bestehen; die kontrollierende Stelle erstellt dafür den formellen SiNa. Der konkrete Fall richtet sich nach den Arbeiten und den Vorgaben der Netzbetreiberin.

Mehr zur Photovoltaik-Kontrolle und zur Abnahmekontrolle.

Rechtsgrundlagen: NIV Art. 2 Abs. 1 Bst. c und g, Art. 14, 17 Abs. 2 Bst. c, 24, 25, 31, 32 Abs. 2 Bst. b, 35 Abs. 2 und 3 sowie 37 sowie Anhang; ESTI-Weisungen 220 und 221.

Wer darf SiNa und Mess- und Prüfprotokoll (MPP) für PV-Anlagen erstellen?

Kurz: Das hängt von Bewilligung und Kontrollschritt ab.

  • Allgemeine Installationsbewilligung (Art. 7 oder 9 NIV): Der Installationsbetrieb dokumentiert Erstprüfung und Messungen für seinen Arbeitsumfang im PV-Mess- und Prüfprotokoll. Nach der Schlusskontrolle erstellt er den SiNa.
  • Eingeschränkte Bewilligung (Art. 14 NIV): Kein SiNa. Der Betrieb dokumentiert Erstprüfung beziehungsweise Kontrolle seiner Arbeiten in einem Prüfprotokoll; für PV ist das Mess- und Prüfprotokoll Photovoltaik vorgesehen.
  • Unabhängige Abnahme- oder periodische Kontrolle: Den SiNa erstellt das unabhängige Kontrollorgan beziehungsweise die erforderliche akkreditierte Inspektionsstelle.

Für die Abnahme kann die akkreditierte Inspektionsstelle laut ESTI den Nachweis auch auf einem entsprechend vollständigen PV-Mess- und Prüfprotokoll ergänzen; ein zusätzliches separates SiNa-Formular ist dann nicht zwingend. Der vorgeschriebene Sicherheitsnachweis und die unabhängige Kontrolle bleiben erforderlich.

Die ausführliche Abgrenzung finden Sie unter PV-Anlagen und Batteriespeicher.

Darf ich den DC-Teil meiner PV-Anlage selbst montieren?

Kurz: Als Laie dürfen Sie an einer fest installierten PV-Anlage keine bewilligungspflichtigen Arbeiten ausführen. Für bewilligungspflichtige DC- und AC-Arbeiten braucht es einen passenden Bewilligungsinhaber. Eine akkreditierte Kontrolle ersetzt diese Installationsbewilligung nicht. Bewilligungsfrei sind nur die nachfolgend eng abgegrenzten Montagearbeiten.

Ohne Installationsbewilligung erlaubt

  • Dachhaken, Schienen und Unterkonstruktion montieren
  • PV-Module auflegen und mechanisch befestigen
  • Modulverbindungen mit vorkonfektionierten Kabeln auf der Trägerkonstruktion zusammenstecken, sofern keine weiteren elektrischen Arbeiten nötig sind

Bewilligungspflichtig

  • nicht steckerfertige Anschlüsse, etwa am Wechselrichter
  • DC-Leitungen und Stecker konfektionieren, kürzen oder crimpen
  • Leitungen über die Trägerkonstruktion hinaus durch das Gebäude führen
  • Erdung, Potenzialausgleich und Überspannungsschutz
  • alles ab den Eingangsklemmen des Anlageschalters

Die Laien-Ausnahmen nach Art. 16 Abs. 2 NIV (Leuchten, einzelne Steckdosen und Schalter) berechtigen nicht zum elektrischen Erstellen einer PV-Anlage. «Ohne Installationsbewilligung» bedeutet zudem nicht ohne weitere Vorgaben: Baurecht, Eigentümerzustimmung, sichere Montage und Arbeitssicherheit sind gesondert zu beachten.

Zwei Bewilligungsstufen bei PV

  • Allgemeine Installationsbewilligung (Art. 7 oder 9 NIV): ganze Anlage, DC und AC.
  • Eingeschränkte Bewilligung (Art. 14 NIV): ab und mit Modulverkabelung bis zu den anlagenseitigen Abgangsklemmen des AC-Anlageschalters. Ab dessen netzseitigen Eingangsklemmen braucht es eine allgemeine Bewilligung; der Schalter selbst liegt gemäss dem Schema in ESTI-Weisung 220, Anhang A, Seite 17 im Bereich der allgemeinen Bewilligung. Diese Klemmenzuordnung folgt dem Schema in Anhang A der ESTI-Weisung 220. Massgebend ist der konkrete Bewilligungsumfang.

So läuft die Abnahme

  1. Meldung – Bei netzgekoppelten Anlagen reicht der zuständige Bewilligungsinhaber vor Beginn der bewilligungspflichtigen Arbeiten die Meldung beziehungsweise Installationsanzeige bei der Netzbetreiberin ein. Der Anschluss von Energieerzeugungsanlagen, stationären Speichern und Ladeinfrastruktur ist nach ESTI-Weisung 221 grundsätzlich meldepflichtig; das ESTI kann Ausnahmen gewähren oder zusätzliche Meldungen anordnen. Bei reinen Inselanlagen entfällt die Meldung an eine Netzbetreiberin; es gelten die Pflichten gegenüber dem ESTI.
  2. Erstprüfung – Jeder Ersteller prüft baubegleitend seinen Arbeitsumfang und dokumentiert das. Für PV gilt SN EN 62446-1; vorgesehen ist das Mess- und Prüfprotokoll Photovoltaik.
  3. Dokumente je Arbeitsumfang – Betrieb mit allgemeiner Bewilligung: Schlusskontrolle und SiNa. Art.-14-Betrieb: kein SiNa, sondern Protokoll der Erstprüfung.
  4. Unabhängige Abnahmekontrolle – bei netzgekoppelten Anlagen innert sechs Monaten nach Übernahme. Für Teile eines Art.-14- oder Art.-15-Inhabers zwingend durch eine akkreditierte Inspektionsstelle. Die kontrollierende Stelle war an der Anlage nicht beteiligt. Wer die Schlusskontrolle durchgeführt hat, darf dieselbe Installation nicht anschliessend unabhängig abnehmen. Für die spätere Abnahme beauftragen Sie eine vom Schlusskontrollbetrieb unabhängige Stelle.
  5. Einreichung – Der SiNa geht innert derselben sechs Monate an die Netzbetreiberin, bei Installationen nach Art. 32 Abs. 2 NIV an das ESTI. Das Mess- und Prüfprotokoll gehört zur Anlagendokumentation und wird nach deren Vorgaben ebenfalls eingereicht.
  6. Meldung an das ESTI – Die Netzbetreiberin meldet die Fertigstellung nach Art. 33 Abs. 1bis NIV innert 14 Tagen nach Eingang des SiNa, soweit die Anlage unter das ESTI-Meldeverfahren fällt. Gemäss ESTI-Weisung 220 Ziff. 8 betrifft diese Fertigmeldung grundsätzlich neu erstellte EEA ab 50 kW Wirkleistung beziehungsweise 55 kVA Scheinleistung (minimaler Leistungsfaktor 0,9) mit technisch möglicher Rückspeisung. Das ESTI kann weitere Meldungen verlangen. Diese Meldung ist von der Installationsanzeige an die Netzbetreiberin zu unterscheiden. Netzbetreiberinnen prüfen eingereichte Nachweise stichprobenweise, das ESTI ebenfalls.

Was tun, wenn der DC-Teil bereits ohne Bewilligung ausgeführt wurde?

Zuerst unterscheiden: Wurden nur die bewilligungsfreien mechanischen Arbeiten und das zugelassene Stecken vorkonfektionierter Verbindungen ausgeführt, ist keine nachträgliche Bewilligung nötig. Wurden dagegen bewilligungspflichtige DC-Arbeiten ohne passende Bewilligung ausgeführt, gibt es keine rückwirkende Bewilligung und keine Legalisierung allein durch Messung oder Abnahme.

Kompakter Ablauf

  1. Nicht weiterarbeiten – nichts anschliessen, in Betrieb nehmen oder schalten. Ist die Anlage bereits in Betrieb: keine weiteren Arbeiten oder Schalthandlungen; ein bewilligter Fachbetrieb beurteilt sie unverzüglich und setzt sie falls nötig fachgerecht ausser Betrieb.
  2. Bewilligungsinhaber beiziehen – einen Betrieb mit passender Installationsbewilligung beauftragen und alle Eigenarbeiten offenlegen, inklusive Fotos, Pläne, Kabellisten, Datenblätter, Steckertypen, Messwerte und Leitungsführung.
  3. Vorgehen verbindlich klären – der passende Bewilligungsinhaber beurteilt den Zustand und klärt den rechtlich zulässigen Umgang mit den Fremdarbeiten bei unklarer Zulässigkeit mit dem ESTI. Erst danach steht fest, welche Teile korrigiert, ersetzt oder neu erstellt werden müssen.
  4. Ausführen und dokumentieren – der Bewilligungsinhaber führt die festgelegten Arbeiten selbst beziehungsweise in seinem ordnungsgemäss organisierten Betrieb aus. Meldungen, Erstprüfung, Schlusskontrolle bzw. Prüfprotokoll müssen den tatsächlichen Arbeitsumfang und die tatsächlichen Ausführenden korrekt wiedergeben.
  5. Unabhängig abnehmen – erst danach folgt die vorgeschriebene unabhängige Abnahmekontrolle; sie ersetzt die Arbeit des Erstellers nicht.

Welcher Fachbetrieb ist zuständig?

  • Elektrofirma mit allgemeiner Installationsbewilligung: Ihr Bewilligungsumfang kann DC und AC umfassen. Das bedeutet aber keine pauschale Erlaubnis, bereits ausgeführte unbewilligte Fremdarbeiten zu übernehmen oder dafür einen SiNa auszustellen. Der Bewilligungsinhaber klärt im konkreten Fall, welche eigenen Installations- oder Instandstellungsarbeiten erforderlich sind und ob bestehende Teile weiterverwendet werden dürfen. Bei unklarer Zulässigkeit bezieht er das ESTI ein. Eine Prüfung oder einzelne Korrektur allein schafft keine allgemeine Übernahmeberechtigung.
  • PV-Fachbetrieb mit Bewilligung nach Art. 14 NIV: Er darf nur die in seiner Bewilligung genannten Arbeiten ausführen. Auch hier begründen Prüfprotokoll oder Akkreditierung der späteren Kontrollstelle keine pauschale Erlaubnis zur nachträglichen Übernahme unbewilligter Fremdarbeiten. Nach Klärung und vorschriftsgemässer Ausführung dokumentiert er seine Arbeiten im Prüfprotokoll; die erforderliche Abnahme dieses Teils führt eine akkreditierte Inspektionsstelle durch. Für AC-Arbeiten ausserhalb dieses Umfangs braucht es eine allgemeine Installationsbewilligung.

Eine akkreditierte Inspektionsstelle allein ersetzt den erforderlichen Installateur nicht. Sie kann bei der Zustandsklärung mitwirken; ihre Kontrolle erteilt jedoch keine rückwirkende Installationsbewilligung. Wir versprechen deshalb weder eine nachträgliche «Legalisierung» noch, dass ein vollständiger Rückbau stets nötig oder stets vermeidbar ist.

Meldungen, Frist und Wirkung

  • Der beauftragte Betrieb klärt mit der Netzbetreiberin, welche Installationsanzeige, welches Anschlussgesuch oder welche Unterlagen nachzureichen oder zu korrigieren sind. Verspätete Meldungen dürfen weder verschwiegen noch mit falschem Ausführungsdatum eingereicht werden.
  • Die Sechsmonatsfrist für die Abnahme der netzgekoppelten Anlage läuft weiter; eine spätere Korrektur startet sie nicht automatisch neu. Ist sie überschritten oder das Übernahmedatum unklar, klären Sie das Vorgehen sofort mit der Netzbetreiberin bzw. dem ESTI.
  • Ziel der mit dem ESTI geklärten Massnahmen ist ein technisch vorschriftsgemässer, korrekt dokumentierter Endzustand. Die ursprünglichen Arbeiten werden dadurch nicht rückwirkend rechtmässig; eine behördliche Beurteilung bleibt vorbehalten.
  • KEA oder ein anderes Kontrollorgan kann die unabhängige Kontrolle durchführen, soweit die Kontrollberechtigung für den konkreten Teil reicht. Für die erforderliche Abnahme eines von einem Art.-14-Betrieb erstellten, geänderten oder instand gestellten DC-Teils ist eine akkreditierte Inspektionsstelle nötig – KEA ist dafür kein Ersatz, solange KEA nicht über die Akkreditierung verfügt.

Zu Eigenleistungen im Betrieb eines Installateurs: Zieht ein Betrieb mit allgemeiner Bewilligung nach Art. 9 NIV Einzelpersonen bei, müssen sie bereits während der Ausführung wie eigene Mitarbeitende nach Art. 10 und 10a NIV eingebunden sein. Hilfskräfte ohne einschlägige Ausbildung – auch ein mitarbeitender Eigentümer – arbeiten nur unter Anleitung und Aufsicht. Die Verantwortung für Arbeiten und Schlusskontrolle bleibt beim Betrieb. Für bewilligungslose Installationsarbeiten und das Abschliessen nicht integrierter Fremdarbeiten mit einem SiNa sieht Art. 42 NIV Strafbestimmungen vor.

Rechtsgrundlagen: NIV Art. 6, 10a, 10b, 14, 16, 17 Abs. 2 Bst. c, 24, 25, 31, 32 Abs. 2, 35 Abs. 3 und 42 sowie Anhang; ESTI-Weisung 220, insbesondere Anhang A, Seite 17, und ESTI-Weisung 221. Für die Abnahmefrist gilt die aktuelle NIV mit sechs Monaten; die ältere Zweimonatsangabe in Weisung 220 ist insoweit überholt.

Was darf ich zuhause selbst machen?

Kurz: Für Eigenarbeiten ohne Installationsbewilligung gelten nur die eng begrenzten Ausnahmen nach Art. 16 NIV.

  • Arbeiten nach Art. 16 Abs. 1 NIV: Fachkundige Personen nach Art. 8, kontrollberechtigte Personen nach Art. 27 Abs. 1, Elektroinstallateure EFZ sowie zur Erstprüfung befähigte Montage-Elektriker EFZ benötigen für Installationsarbeiten in von ihnen bewohnten oder in ihrem Eigentum stehenden Wohnräumen und den zugehörigen Nebenräumen keine Installationsbewilligung. Diese Ausnahme gilt nicht pauschal für beliebige Gebäude- oder PV-Arbeiten. Nach Art. 16 Abs. 3 muss ein Inhaber einer Kontrollbewilligung die Installation kontrollieren und dem Eigentümer den SiNa übergeben.
  • Einzelne Steckdosen und Schalter: Die Ausnahme gilt nur für einzelne Steckdosen und Schalter in bestehenden Installationen in selbst bewohnten Wohnräumen und zugehörigen Nebenräumen, hinter Verbraucherüberstromunterbrechern an einphasigen Endstromkreisen mit RCD von höchstens 30 mA. Danach sind die Kontrolle durch einen Inhaber einer Kontrollbewilligung und die Übergabe des SiNa vorgeschrieben. Eigentum allein genügt für diese Laien-Ausnahme nicht.
  • Leuchten: Beleuchtungskörper und zugehörige Schalter dürfen in selbst bewohnten Wohn- und Nebenräumen montiert und demontiert werden. Das blosse Montieren oder Demontieren gilt nicht pauschal als kontrollpflichtig nach Art. 16 Abs. 3.

Für den DC-Teil von PV-Anlagen gelten eigene Grenzen: DC-Teil selbst montieren?

Rechtsgrundlage: NIV Art. 16, geprüft in der geltenden Fassung mit Stand 31. Oktober 2025.

05 · 2 Fragen

Eigentum, Handänderung und Erbschaft

Handänderung / Hausverkauf
Was gilt bei Hausverkauf, Besitzerwechsel oder Hauskauf?

Kurz: Bei Installationen mit 10- oder 20-jähriger Kontrollperiode ist bei einer Handänderung eine Kontrolle nötig, wenn die letzte Kontrolle mehr als fünf Jahre zurückliegt.

Eine pauschale Jahresfrist schreibt der NIV-Anhang dafür nicht vor. Bis wann die Kontrolle durchgeführt und der Nachweis eingereicht sein muss, ergibt sich aus der Aufforderung und den Vorgaben der zuständigen Netzbetreiberin.

Halten Sie für die Abklärung den vorhandenen Sicherheitsnachweis und die Unterlagen zum Objekt bereit – oft lässt sich schon anhand der Dokumente einschätzen, ob eine Kontrolle zeitnah nötig ist. Umfang, Messungen und Dokumentation stimmen wir auf Objekt und Auftrag ab. Details: Handänderung / Hausverkauf.

Rechtsgrundlage: NIV-Anhang, Handänderung bei Installationen mit zehn- oder zwanzigjähriger Kontrollperiode.

Was gilt bei einer Erbschaft oder einem Todesfall?

Kurz: Der Erbgang allein gilt nicht als Handänderung im Sinne der NIV und löst deshalb keine zusätzliche Kontrolle aus. Bestehende Kontrollfristen und Pflichten bleiben bestehen.

  • Erbgang: Der gesetzliche Übergang auf die Erben gilt auch bei Eintragung der Erbengemeinschaft im Grundbuch nicht als Handänderung im Sinne der NIV.
  • Erbteilung, Erbvorbezug, Schenkung und Verkauf gelten laut ESTI-Mitteilung als Handänderungen im Sinne der NIV. Bei Kontrollperioden von 10 oder 20 Jahren ist eine Kontrolle nötig, wenn die letzte mehr als fünf Jahre zurückliegt.

Massgebend ist der konkrete Rechtsvorgang; ein neuer Grundbucheintrag allein bedeutet noch keine Handänderung im Sinne der NIV. Mehr dazu: Todesfall / Erbschaft.

Rechtsgrundlage: NIV (SR 734.27), Anhang Ziff. 3; ESTI-Mitteilung, Bulletin 3/2019.

06 · 3 Fragen

Mängel festgestellt – was nun?

Häufige Mängel
Was passiert, wenn bei der Kontrolle Mängel festgestellt werden?

Kurz: Sie erhalten einen schriftlichen Kontrollbericht mit Frist. Ein Installationsbetrieb Ihrer Wahl behebt die Mängel; danach wird der SiNa ausgestellt.

  1. Kontrollbericht – Die festgestellten Punkte werden mit einer Frist zur Behebung dokumentiert.
  2. Behebung – Verantwortlich ist der Eigentümer (Art. 5 NIV). Bewilligungspflichtige Behebungsarbeiten führt ein Betrieb oder eine Person mit passender Installationsbewilligung aus und bestätigt sie. Der Bewilligungsinhaber muss vom Kontrollorgan unabhängig sein. Die engen Eigenarbeits-Ausnahmen nach Art. 16 NIV sind gesondert zu beurteilen und ersetzen eine vorgeschriebene Kontrolle nicht.
  3. Rückmeldung an KEA – Stimmen Sie die Behebung mit dem Installationsbetrieb und die anschliessende Rückmeldung mit uns ab.
  4. Sicherheitsnachweis – Der SiNa wird erst nach vollständiger Behebung ausgestellt. Ob vorher eine Nachkontrolle nötig ist, hängt von den festgestellten Mängeln ab. Liegt keine Behebungsanzeige einer installationsberechtigten Elektrofirma vor, ist vor der Ausstellung eine kostenpflichtige Nachkontrolle erforderlich.

Frist verpasst: Werden die verlangten Massnahmen nicht fristgerecht durchgeführt, übergibt die Netzbetreiberin die Durchsetzung dem ESTI. Nach weiterer erfolgloser Frist kann das ESTI die Behebung auf Kosten des Eigentümers oder die Unterbrechung betroffener Anlageteile anordnen; die gesetzlichen Einschränkungen, insbesondere für den unmittelbaren Notbedarf, bleiben vorbehalten (Art. 40 Abs. 3 und 3bis NIV).

Kosten: Kontrollbericht CHF 65.– exkl. MWSTCHF 70.27 inkl. 8.1 % MWST inkl. bis zu 3 Mängeln, jeder weitere Mangel nach Aufwand (Richtwert ca. 10 Mängel pro Stunde). Nachkontrolle nach Mängelbehebung: Pauschale CHF 215.– exkl. MWSTCHF 232.42 inkl. 8.1 % MWST bis 1 Stunde vor Ort inkl. An- und Rückfahrt, zusätzliche Zeit CHF 155.– exkl. MWSTCHF 167.56 inkl. 8.1 % MWST pro Stunde. Die Hauptpreise sind netto; die kleineren Beträge enthalten 8.1 % MWST.

Einen bestehenden Mängelbericht können Sie uns vorab per E-Mail senden; wir geben Ihnen eine kurze Einschätzung zum Vorgehen. Mehr: Häufige Mängel.

Rechtsgrundlage: NIV Art. 5 und Art. 40.

Behebt KEA die Mängel auch selbst?

Kurz: Nein. Kontrolle und Installation bleiben getrennt.

Das Unternehmen, das die Kontrolle durchführt, darf festgestellte Mängel nicht selbst beheben. Die Behebung übernimmt ein Elektroinstallateur Ihrer Wahl. So hat KEA kein wirtschaftliches Interesse an Reparaturen, und die Beurteilung bleibt neutral. Mehr: Kontrollbewilligung & Unabhängigkeit.

Typische kleine Mängel – warum sind sie trotzdem relevant?

Kurz: Auch Details können Berührungsschutz, Abschaltbedingungen oder Betriebssicherheit beeinträchtigen – deshalb werden sie dokumentiert und behoben.

Eine Installation darf weder Personen noch Sachen gefährden und muss den anerkannten Regeln der Technik entsprechen (Art. 3 Abs. 1 NIV). Häufige „kleine“ Mängel:

  • fehlende Abdeckungen an Dosen oder Verteilungen
  • lose Steckdosen oder Schalter
  • defekte oder fehlende Beschriftungen im Verteiler
  • beschädigte oder gequetschte Leitungen, etwa bei Türen oder Möbeln
  • nicht zugängliche Schutzeinrichtungen wie Hauptsicherungen oder FI-Schalter
  • fehlende Zugentlastung bei eingeführten Leitungen

Zusätzlicher Sicherheitshinweis zu eingesteckten Geräten: Überlastete Mehrfachstecker oder eine unter hoher Last aufgewickelte Kabelrolle können ebenfalls gefährlich sein. Diese ortsveränderlichen Erzeugnisse sind von Mängeln der festen Installation zu unterscheiden. Eine geeignete Steckdosenleiste ist nicht allein wegen längerer Nutzung ein Mangel.

Muss das in den Bericht? Ja. Der Sicherheitsnachweis muss das tatsächliche Resultat der Kontrolle enthalten (Art. 37 NIV). Mängel, die Personen oder Sachen gefährden können, müssen unverzüglich behoben werden (Art. 40 Abs. 1 NIV); verantwortlich ist der Eigentümer (Art. 5 NIV).

Warum nicht egal? Kleine Mängel können zu Erwärmung, Brandrisiko oder Ausfällen führen; fehlender Berührungsschutz birgt die Gefahr eines Stromschlags; unklare Beschriftungen verzögern im Notfall; im Versicherungsfall kann ein dokumentierter Mangel relevant werden. Ein mängelfreier SiNa darf nur ausgestellt werden, wenn die Installation den Anforderungen entspricht.

Rechtsgrundlage: NIV (SR 734.27) Art. 3, 5, 37 und 40.

07 · 2 Fragen

Hintergrund: Recht und Zahlen

ESTI-Eintrag
Wie ist die Elektrosicherheit in der Schweiz geregelt?

Kurz: Mehrstufig – Gesetz, Verordnungen, technische Normen und staatliche Aufsicht greifen ineinander.

EbeneRolle
Elektrizitätsgesetz (EleG, SR 734.0)gesetzliche Grundlage auf Bundesebene; ermächtigt den Bund zu detaillierten Vorschriften
Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV, SR 734.27)regelt Installationen im Niederspannungsbereich: wer installieren und kontrollieren darf, Kontrollperioden, Sicherheitsnachweis, Verantwortung des Eigentümers
Starkstromverordnung (StV)regelt die Sicherheit von Starkstromanlagen; Starkstrom bedeutet nicht nur Hochspannung. Bestimmungen können auch bei bestehenden Niederspannungsanlagen relevant sein, etwa bei der Sanierung nach ESTI-Weisung 225
Niederspannungs-Erzeugnisverordnung (NEV)Inverkehrbringen elektrischer Geräte – nur sichere Produkte im Schweizer Handel
Niederspannungs-Installationsnorm (NIN, SN 411000)anerkannte Regeln der Technik, z. B. Schutzmassnahmen, FI/RCD, Leitungsdimensionierung; wer abweicht, muss mindestens gleiche Sicherheit nachweisen
Eidgenössisches Starkstrominspektorat (ESTI)vom Bund eingesetzte Kontroll- und Aufsichtsstelle für elektrische Installationen; erteilt Bewilligungen, überwacht und kann bei Verstössen einschreiten
Verteilnetzbetreiber (VNB)überwachen im gesetzlich zugewiesenen Bereich den Eingang der Sicherheitsnachweise, führen das Installationsverzeichnis und fordern periodische Nachweise ein; die behördliche Durchsetzung übergeben sie gegebenenfalls dem ESTI

KEA ist beim ESTI als Kontrollfirma mit der Bewilligungsnummer K-354173 eingetragen. Mehr: ESTI-Eintrag.

Wie viele Elektrounfälle gibt es in der Schweiz?

Kurz: Jährlich werden mehrere hundert Elektrounfälle gemeldet; tödliche Unfälle sind deutlich seltener, kommen aber weiterhin vor.

Als belegtes Beispiel: Im Unfalljahr 2024 erfasste das ESTI 833 gemeldete Elektrounfälle (2023: 792). Diese Zahl beschreibt die beim ESTI erfassten Meldungen dieses Jahres, nicht sämtliche denkbaren Stromereignisse und keine aktuelle Jahreszahl.

Vorbeugende Massnahmen wie die NIV, Fehlerstrom-Schutzschalter (FI/RCD) sowie systematische Erst- und periodische Kontrollen tragen wesentlich dazu bei, schwere Unfälle zu verringern.

Quelle: ESTI-Tätigkeitsbericht 2025, Abschnitt 3.4, Seite 15: Elektrounfallgeschehen im Unfalljahr 2024. KEA Engineering GmbH steht in keiner organisatorischen Verbindung zum ESTI.

Persönlich geklärt

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Wir klären den Kontrollbedarf gerne anhand Ihrer Installation und Unterlagen – persönlich und verständlich.

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